Neue Reformen: Verfehlte Schulpolitik prägt Baden-Württemberg

Die grün-schwarze Landesregierung plant eine Reform der gynasialen Oberstufe - und liegt wieder daneben.

Statt sich endlich zu besinnen und den Weg für die neunjährige Gymnasialzeit auch in Baden-Württemberg zu ebnen, belässt es CDU-Kultusministerin Susanne Eisemann bei einer Änderung der Zusammensetzung der Prüfungsfächer im Abitur. Ein fataler Fehler.

"Die Schulpolitik in Baden-Württemberg ist ein Fiasko", kommentiert der Landesvorsitzender der Freien Wähler in Baden-Württemberg, Klaus Wirthwein, "die geplanten Änderungen des Kultusministeriums helfen den Schülerinnen und Schülern nicht weiter. Der enorme Leistungsdruck im G8 bleibt weiter bestehen." Die Kultusministerin hat bei ihrer Schulpolitik offensichtlich jedes Gefühl für die Situation der Schüler in Baden-Württemberg verloren. Während andere Landesregierungen einsichtig sind und Fehlendscheidungen korrigieren, zeigt sich das Land Baden-Württemberg stur.

Ins Bild passt in diesem Zusammenhang auch, dass die Leistungsfähigkeit baden-württembergischer Grundschülerinnen und -schüler in einem bundesweiten Vergleich aller 16 Bundesländer erheblich abgenommen hat. Von einer Spitzenstellung, wie es sie früher einmal gab, ist nichts geblieben. Inzwischen streitet man sich mit dem Land Bremen um den letzten Platz.

Baden-Württemberg isoliert sich in der bundesdeutschen Bildungspolitik zunehmend. Die Freien Wähler fordern mit Bezug auf das Gymnasium weiterhin die erneute Einführung des G9. Schon im Bundestagswahlkampf hatten sie in Heidelberg in einem Expertenhearing mit Fachleuten aus mehreren Bundesländern ihre Position herausgearbeitet. Es entspricht dem Elternwillen und nimmt der überwältigenden Mehrheit der Schüler den nicht zu verantwortenden Leistungsdruck im G8. Geradezu beschämend ist die Haltung der Grünen in der Landesregierung. Die Partei, die immer betont, das Wohl der Menschen im Blick zu haben, betreibt hier eine Politik gegen die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und gegen eine verträgliche Entwicklung junger Menschen.

Die Freien Wähler stehen dabei als einzige Partei weiter klar auf Seiten der Initiative "G9 jetzt – Baden-Württemberg", die wie Elterninitiativen in anderen Bundesländern eine zukunftsorientierte flächendeckende Einführung des G9 fordern. Alle bisher durchgeführten Untersuchungen haben gezeigt, dass mehr als 2/3 aller Eltern sich für ein G9 aussprechen.


Heidelberg, 13. Oktober 2017, Nr. L6